Glaube & mehr...

Wie Feuer und Wasser

Kennen Sie das, wenn einer seinen Dickkopf durchsetzen möchte. Vor vielen Jahren schauten wir uns als Familie gemeinsam einen Staudamm in Kamerun an. Einer meiner Söhne war gerade tief beleidigt und wollte, aus welchem Grund auch immer, nicht auf dem vorgeschriebenen Weg bleiben. Er lief also querfeldein über die flach abfallende Staumauer, die mit größeren Felsbrock aufgeschichtet war. An irgendeiner Stelle ist er irgendwie abgeglitten und rutschte mit dem Bein in eine Spalte. Dabei holte er sich eine blutende Wunde am Bein. Wir mussten eine Klinik aufsuchen, wo die Wunde genäht wurde. "Wer nicht hören will muss fühlen", könnte man diese Begebenheit betiteln.

 

Nicht nur bei Kindern, auch bei Erwachsenen kommt es immer wieder vor, dass sie Dinge beieinander haben wollen, die eigentlich nicht zueinander passen. Finsternis und Licht sind einander feind, auch Feuer und Wasser gehören dazu und ebenso Lieben und Hassen.

 

Aber wie bei einem Kinde auch, dass in der Trotzphase steckt, so meinen manche Menschen zu glauben, sie könnten mit Gegensätzen leben. Einen dieser Gegensätze ist in  1. Johannes 4,21 ausgedrückt: Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt auch seinen Bruder liebe. In diesem kurzen Vers ist ein tiefgreifender Wiederspruch verborgen. Die Tatsache nämlich, dass es Christen gibt, die auf der einen Seite von ganzen Herzen Jesus Christus nachfolgen wollen, aber auf der anderen Seite einem Mitmenschen nicht vergeben können. Sie kommen nicht über den Umstand hinweg, dass eine ganz bestimmte Person, oder sind es sogar mehrere, ihnen irgendwann in der Vergangenheit Unrecht angetan haben. Sie wollen und wollen nicht über das erlittene Unrecht hinwegsehen und deshalb auch nicht vergeben. Aber damit tun sie nichts anderes, als dass sie Gegensätzliches zu vereinheitlichen suchen, Widersprüchliches auf eine Spur zu bringen, Unmögliches möglich machen zu wollen. Ob das wirklich funktioniert? Ob das wohl auf Dauer gut geht?
 

Jesus Christus hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit er die Sünden aller Menschen auf sich nimmt, damit er allen Menschen Vergebung zusprechen kann. Wie hört sich dann aber das an: Gott möge ihm oder ihr vergeben haben, ich aber kann nicht vergeben und ich habe meine Gründe dafür. Ob das nicht enden wird, wie bei einer meiner Söhne, der sich eine schwere, blutende Schramme zugezogen hat?

 

Es funktioniert einfach nicht, dass man Gott liebt, aber nicht seinen Bruder oder seine Schwester. Mit Bruder oder Schwester ist im weitesten Sinne, jeder Mitmensch gemeint. Es gibt nur zwei Wege, die daraus folgen, entweder die Liebe zu Gott wird irgendwann vollständig erlöschen oder man überwindet sich selbst und vergibt all den Menschen, die einem irgendwann oder irgendwie Unrecht angetan haben.

"Vernebelte Weihnachten"

Unsere moderne Gesellschaft ist sehr geschickt darin, den Sinn von christlichen Feiertagen zu verschleiern.

Aus dem Fest um die Geburt Jesu wird das niedliche Christuskindlein in einem paradiesisch anmutenden Stall, aus dem Kindlein in der Krippe wird der Weihnachtsmann und zu allerletzt feiern wir nur noch das Winterfest. Aus dem Leiden und Sterben am Kreuz, die Auferstehung Jesu inklusive, wird ein eierlegender Osterhase und die Himmelfahrt Jesu wird, vor allem in Deutschland, schlicht und einfach zum Vatertag umprogrammiert.

 

Inzwischen ist Weihnachten vorbei. Was ist davon geblieben? Vielleicht für manche nur der Schrecken, dass man nicht mehr, wie gewohnt im großen Familienkreis feiern konnte. Dass uns aber durch die Geburt Jesu ein nicht zu beschreibendes Geschenk zuteilwurde, wird oft vergessen. Vielleicht gehört das umso mehr betont, in der Hoffnung, dass es doch der eine oder andere noch begreifen könnte. Titus 2,11 fasst das sehr treffend zusammen: Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um Rettung zu bringen für alle Menschen.

 

Was soll denn daran ein Geschenk sein? könnte so mancher moderne Zeitgenosse fragen. "Mir gnädig sein?" - damit kann ich nichts anfangen. "Mir Rettung bringen?" - das habe ich nicht nötig. Vielleicht kommt man der Sache etwas näher, indem man klarlegt: Dass es seit der Geburt von Jesus Christus nicht mehr nötig ist, sich eines frommes Rituals zu bedienen, um bei Gott gut anzukommen. Wir brauchen Gott auch nicht mehr als den großen Aufpasser zu fürchten, der haargenau jeden Fehler registriert, um uns irgendwann dafür zu bestrafen. Wir brauchen durch Jesus Christus, noch nicht mal mehr das Jüngste Gericht zu fürchten, denn wer ihm vertraut ist im Voraus vom davon freigesprochen. Schlussendlich brauchen wir als seine Nachfolger auch den Tod nicht  mehr fürchten, denn der Sohn Gottes hat ihn durch sein Sterben und Auferstehen besiegt. Durch Jesus Christus ist uns Gott zum Freund geworden, ist er zu einem wirklich liebevollen Vater geworden, für alle, die an ihn glauben.

 

Das Leben mag für so manchen immer noch beschwerlich, sorgenvoll, ja voller Schmerzen sein. Doch am Ende wartet ein glorreiches Weiterleben in Gottes Herrlichkeit. Bedauerlich für Menschen, die nur materiellen, will heißen vergänglichen Reichtum als Ziel ihres Lebens betrachten. Der geistliche Reichtum, den uns Jesus schenkt ist unendlich wertvoller.

Wer oder was bestimmt über mein Schicksal?

Es gibt wohl keinen Menschen auf dieser Welt, der nicht irgendwie darüber nachdenkt, ob das Glück oder Unglück seines Leben von einer höheren Macht bestimmt wird oder nichts anderes ist als eine Aneinanderreihung von Zufällen.  Egal welcher Anschauung man unterstützt, das eine wie das andere kann uns Menschen Angst machen. Ist alles nur reiner Zufall? Und wenn ja, kann ich dann trotzdem dem Unglück aus dem Weg gehen? Nimmt man hingegen an, dass eine höhere Macht über mein Dasein bestimmt, kommt die Frage auf, ob mir diese höhere Macht wohlgesonnen ist, ob sie Pläne mit mir hat oder ob sie mir gar übel zusetzen will.

 

Es gibt eine interessante Bibelstelle aus dem Alten Testament, die dieses Thema noch komplizierter erscheinen lässt. Es geht dabei um eine des Propheten namens Micha, der uns in Kapitel 5 Vers 1 sagt: Doch du Bethlehem in Efrata, so klein unter den Hauptorten Judas: Aus dir soll hervorgehen, der mein Herrscher über Israel wird! Gemäß dieser Aussage, wird hier die Geburt Jesu in Bethlehem ca. 700 Jahre im Voraus angekündigt. Als dann die Weisen aus Babylonien sich auf dem Weg machten, um den neugeborenen König zu besuchen, erkundigten sie sich nach ihm zu allererst in Jerusalem, der Hauptstadt des Landes. Zu der Zeit herrschte dort König Herodes der Große. Er erschrak darüber, dass ein neuer König zur Welt gekommen war. Er ließ daraufhin jüdische Schriftgelehrten herbeirufen. Diese wussten um die Prophetie des Micha und unterrichteten dann die Weisen und auch den König, dass der Gesuchte in Bethlehem geboren werden sollte. Die Folge davon war, dass Herodes der Große, auch der Schreckliche genannt, sämtliche Neugeborenen bis zu zwei Jahren in Bethlehem umbringen ließ.

 

Diese beiden Ereignisse lassen den Schluss zu, dass hier nicht nur eine, sondern zwei entgegengesetzten Mächte im Spiel sind, die über das Schicksal eines Menschen zu entscheiden haben. Herodes der Große war nämlich von dem  Ehrgeiz besessen, einzig und alleine über Judäa herrschen zu wollen. Dabei scheute er sich auch nicht Verwandte aus dem engsten Familienkreis zu beseitigen.

 

Wer nun davon ausgeht, das höhere Mächte über das Leben der Menschen bestimmen, muss also auch die Frage stellen, welche der höheren Mächte nun in meinem Leben das Sagen haben. Denn wie es scheint gibt es eine gute und eine böse Macht. Martin Luther hat das so ausgedrückt: Entweder reitet und der Teufel oder reitet uns Christus. Entweder stehen wir unter dem Schicksal des Teufels oder unter der Regentschaft Gottes. Wer sich dessen nicht  sicher ist, wer denn nun das Sagen in seinem Leben hat, kann davon ausgehen, dass es nicht Gott ist, sondern dessen Widersacher. Denn Gott wird nur dann zustimmen unser Leben zu leiten und zu bewahren, wenn wir ihm persönlich die Erlaubnis dazu erteilen.

 

Die Prophetien aus der Bibel zeigen mir deutlich, dass Gott darum weiß, was aus mir wird, wenn ich bereit bin, mein Leben unter seine Verantwortung zu stellen. Dann stehen Verheißungen wie diese über meinen Leben:

Denn ich bin überzeugt: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Teufel, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder hohe Kräfte noch tiefe Gewalten – nichts in der ganzen Schöpfung kann uns von der Liebe Gottes trennen, die uns verbürgt ist in Jesus Christus, unserem Herrn. Zu lesen in Römer 8,38–39.                                       H.S.

Ich glaube, um zu verstehen!

Ich kann an Gott nicht glauben, solange ich nicht weiß, dass es ihn gibt. Mit diesem Argument gewappnet scheinen viele Menschen einen guten Grund gefunden zu haben Gott abzulehnen. Sie wollen erst Gott begreifen, bevor sie an ihn glauben.

 

Anselm von Canterbury, hat dazu Folgendes zu sagen:

Herr, ich versuche nicht, deine Tiefe zu durchdringen;

Mein Verstand kann dich ja auf keine Weise erreichen.

Mich verlangt nur, ein wenig von deiner Wahrheit zu verstehen,

die mein Herz glaubt und liebt.

Denn ich suche nicht zu verstehen, um zu glauben,

sondern ich glaube, um zu verstehen!

 

Vielleicht verkennen manche, was es heißt zu glauben. Glauben heißt nicht etwas Unmögliches für möglich halten oder etwas Unbegreifliches begreiflich machen. Glauben heißt Vertrauen. Vertrauen hat immer etwas mit der eigenen Situation zu tun, in der man sich gerade befindet: eine äußere oder innere Not, z.B. Arbeitslosigkeit, z.B. eine schwere Krankheit. Und damit verbunden, dass man sich Jesus Christus anvertraut.

 

Glauben heißt in diesem Sinne: Ich komme selbst nicht mehr weiter oder nicht mehr voran. Nun aber vertraue ich dir, Jesus, dass du mir weiterhilfst. Und wenn man die Worte von Anselm von Canterbury richtig versteht, folgt daraus auch ein Verstehen, der eigenen Umstände, gegebenenfalls auch der Ziele, die Gott mit uns hat.

 

Wer also darauf wartet, Gott zu verstehen, oder Beweise seiner Existenz zu bekommen, ehe er auf Gott vertraut, wartet vielleicht ein Leben lang vergebens auf ein Zeichen von  Gott.

 

Wenn wir ehrlich sind vollziehen wir tagtäglich Schritte des Vertrauens. Es beginnt damit, dass wir eine Brücke überqueren. Kein Mensch kümmert sich praktisch darum, ob die Brücke tatsächlich hält, ehe man sie betritt. Vielleicht sind die Fundamente ja morsch. Vielleicht haben sich in der Zwischenzeit Risse gebildet. Auch dann, wenn wir einen Bus oder Zug betreten, vertrauen wir darauf, dass der Fahrer dieses Fahrzeugs tatsächlich fahren kann. Dass der Zug oder Bus keine gefährlichen Defekte aufweist. Würden wir Menschen einander nicht ein Mindestmaß an Vertrauen entgegenbringen, würde sich unser Leben sehr kompliziert und umständlich gestalten.

 

Warum tun wir uns so schwer unser Leben Jesus Christus anzuvertrauen? Er hat doch sein Leben für uns dahingegeben. Er ist es auch, der uns unser Versagen vergibt. Wir haben noch nicht mal Vorwürfe von Ihm zu erwarten, denn er liebt uns über alles. Wie formuliert die Bibel Glauben: Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebräer 11:1 H.S.

Man sollte etwas genauer hinschauen…

Im Alten Testament werden verschiedene, sehr erschreckende Handlungsweisen Gottes erzählt. Das hat einige Christen dazu geführt, das AT kategorisch abzulehnen. Ein sehr treffendes Beispiel ist die Auseinandersetzung, die Jeremia mit den Verantwortlichen des Volkes Israels, ja mit dem gesamten Volk Israel führte. Jeremia war von Gott beauftragt worden, der Stadt und dem Land den Untergang vorauszusagen. Wobei das Volk nach Babylonien deportiert werden sollte. 

 

Die Menschen in Israel hassten deswegen Jeremia. Dann war es schließlich soweit, die Babylonier belagerten die Stadt, besiegten sie schließlich und nahmen hauptsächlich die Höhergestellten gefangen und verschleppten sie nach Babylonien. Nur kärglicher Rest blieb in Juda zurück. Nachdem der von den Babyloniern eingesetzte Statthalter ermordet worden war, bekam es die Bevölkerung mit der Angst zu tun und entschloss sich Juda zu verlassen und nach Ägypten zu fliehen. Doch zuvor baten sie Jeremia, er möge doch Gottes Willen erfragen.

 

Die Antwort Gottes lautete: Bleibt im Land und es wird euch gut gehen. Ihr braucht die Rache der Babylonier nicht zu fürchten.  Wenn ihr aber nach Ägypten fliehen werdet , wird euch genau das ereilen, wovor ihr Angst habt: Schwert, Hunger und Krankheiten. Die Antwort der Rebellierenden war: Du lügst. Schließlich zwangen sie die übriggebliebene Bevölkerung mit nach Ägypten zu gehen.

 

Das Volk ist längst in Ägypten angekommen, als noch einmal Jeremia seine Stimme im Auftrag Gottes erhebt: "Warum tut ihr euch selbst ein so großes Unheil an, dass bei euch ausgerottet werden aus Juda Mann und Frau, Kind und Säugling und nichts von euch übrig bleibt." Jeremia 44,7

 

Wie, haben wir recht gehört? Ist es nicht Gott der hier sein Volk ausrottet? Wie kann Gott nur so unbarmherzig sein? Er gehört hier angeklagt und nicht die Menschen.

 

Doch wenn man genauer hinschaut, entdeckt man weiter unten noch einen anderen Dialog:  "Lass es dir gesagt sein: Wir wollen auf deine Botschaft, die du im Namen des Herrn zu uns geredet hast, nicht hören! (44,16)   Wir halten uns lieber daran, was wir der Himmelskönigin geschworen haben: ihr Rauchopfer zu bringen und ihr Trankopfer auszugießen.  (…). Deshalb ging es uns ja damals auch so gut, wir hatten genug zu essen und mussten uns um nichts sorgen."

 

Der moderne Mensch von heute würde argumentieren: Was geht es Gott an, wenn sich der Mensch entschließt irgendeinen Götzen anzubeten. Auf den ersten Blick scheint das keine Rolle zu spielen. Doch in den Augen Gottes ist die Abkehr von Gott zu anderen Göttern nicht einfach nur ein Frage der Religiosität.  Es ist ebenso eine Frage der Moral. Gott macht ihnen gleichzeitig den Vorwurf, dass sie auf bösem Wege sind und deshalb umkehren sollten.

 

Wo liegt der Unterschied zwischen Gott und Götze. Darin das man selbst definiert oder definieren kann, was gut oder böse ist. Damit sind wir exakt in unserer Zeit angekommen. So viele Dinge, die gegen die Gebote Gottes verstoßen, sind inzwischen als gut oder zumindest als bedenkenlos deklariert worden. Ehebruch, Ehescheidung, Homosexualität, Ablehnung der gottgegebenen Schöpfungsordnung, indem man nicht mehr zwischen Mann und Frau unterscheiden lässt. Ein Leben nach Lust und Laune. Und selbst der Gedanke der Euthanasie ist heutzutage  auf dem Vormarsch. Und nicht zuletzt die Abtreibungspraxis, die noch freizügiger gestaltet werden soll.  Auch die Menschen des 21. Jahrhunderts haben ihre Götzen: Das Geld, die Selbstverwirklichung auf Kosten anderer und vieles andere…

 

Gott hat allen Grund zornig auf unsere moderne Gesellschaft zu sein. Doch wie schon im Alten Testament, gilt auch hier der Ruf Gottes: Kehrt um, ehe es zu spät ist. Kehrt  um, denn Gott vergibt gerne. Dafür ist Jesus Christus am Kreuz gestorben. Doch wer dies nicht tut, hat mit dem Gericht Gottes zu rechnen.

Arroganz - ein schlechter Ratgeber!

Das AT erzählt immer wieder von Auseinandersetzungen zwischen dem König von Israel und einem von Gott gesandten Propheten. Eine der arrogantesten wird in Jeremia 36 erzählt. Dort heißt es:
 

Da erging das Wort des HERRN an Jeremia. Der HERR sagte zu ihm: »Nimm eine Buchrolle und schreib alles hinein, was ich dir über Israel und Juda und alle anderen Völker gesagt habe, von der Zeit des Königs Joschija bis zum heutigen Tag. Vielleicht werden die Leute von Juda umkehren, wenn sie hören, welches Unheil ich über sie bringen will. Vielleicht geben sie ihr verkehrtes Leben auf und ich kann ihnen ihre Schuld vergeben.«

Jeremia 36:1-3

 

Jeremia rief daraufhin seinen Schreiber Baruch herbei und diktierte ihm die Jeremia-Rolle. Als das Volk und verschiedene Funktionäre den Inhalt der Schriftrolle vorgelesen bekamen, machte sich Entsetzen breit. Sofort wurde klar, der König Jojakim muss unbedingt davon erfahren. Man brachte also die Schriftrolle vor den König, die ihm dann verlesen wurde. Der König zeigt keine Regung. Stattdessen schnippelte, wann immer 3 Zeilen verlesen wurden, den gelesenen Teil ab und warf ihn ins Feuer. Alle seine Beamten wagten es nicht sich irgendwie erschrocken zu geben. Am Ende, als die Schriftrolle vollständig verbrannt war, gab er Befehl Jeremia und seinen Schreiber festzunehmen.

 

Was war nochmals der Grund, warum Jeremia diese Schriftrolle verfassen sollte? Gott hatte es so formuliert: Vielleicht geben sie ihr verkehrtes Leben auf und ich kann ihnen ihre Schuld vergeben. Dieser König war so sehr von sich überzeugt, dass er keine Schuld an sich entdecken konnte. Und Gott? Gibt es überhaupt einen Gott? Kümmert ihn denn, was auf dieser Erde passiert. Es kümmert ihn sehr wohl. Doch wenn die Menschen blind sind für ihre Schuld, blind sein wollen, wird auch Gott nichts zum Wohle der Menschen tun. Arroganz gegen Gott ist der allerschlechteste Berater im Umgang mit Gott. Ich möchte es hier nochmals betonen: Was ist die Endlösung, die Gott für den sündigen Menschen vorgesehen hat? Vielleicht geben sie ihr verkehrtes Leben auf und ich kann Ihnen ihre Schuld vergeben.

 

Was ist später aus Jojakim geworden? Er wurde von Nebukadnezar in Ketten gelegt um ihn nach Babylon zu deportierten. Doch er starb auf den Weg dorthin und sein Leichnam wurde vor die Stadtmauern Jerusalems geworfen, so wie es Jeremia vorausgesagt hatte.

 

Durch manche unangenehmen Ereignisse beabsichtigt Gott auch heute noch zu uns Menschen zu reden. Seine Absicht ist es, dass wir unser verkehrtes Leben aufgeben und er uns unsere Schuld vergeben kann. Jesus Christus ist dafür ans Kreuz gegangen . Wer aber meint, er könne Gott mit Ablehnung oder gar Arroganz begegnen, den erwartet irgendwann das Unheil mit ewigen Konsequenzen. Wir leben noch immer, man muss fast sagen, in einer Region, in der die Umkehr zu Gott noch möglich ist. Setzen wir doch diese Umkehr um und kommen diesem Jesus entgegen, der uns so sehr liebt.  (H.S.)

Es ist schwer zu ertragen...

Es ist unhöflich, gemein und bösartig wenn ein Mensch einen anderen heruntermacht, ihm bescheinigt, dass er zu nichts taugt. Man sollte es sich nicht erlauben einen anderen Menschen abzuurteilen. Jeder Mensch hat Stärken und jeder Mensch hat Schwächen.

 

Nun gibt es allerdings jemanden, der sozusagen alle Menschen in einen Topf wirft und über die Menschen sogar ein hartes Urteil fällt:

Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner der Gutes tue, auch nicht einer. Psalm 14,3. 

Dieser Jemand ist Gott. Aus Gottes Sicht gibt es nicht diese feinen Unterschiede, die wir Menschen machen: Das ist ein anständiger Mensch und jener ist ein Verbrecher.

 

Hat Gott mit diesen Urteil recht oder nicht? Es ist offensichtlich, dass wohl die meisten Menschen ganz gut darin sind, Fehler abzustreiten, die sie begangen haben. Wer möchte schon gerne auf der Anklagebank sitzen?

Ja, auch diejenigen, die wir aus menschlicher Sicht als Übeltäter bezeichnen würden, also Kriminelle oder gar Terroristen, verstehen es vorzüglich sich als gute Menschen darzustellen. Einige unter ihnen würden sich noch nicht mal zu der Kategorie böser Menschen zählen. Eher schon in die Klasse der Wohltäter für die Menschheit. 

 

Wir sind, ich möchte es einmal pauschal sagen, Weltmeister darin, jede Schuld oder Verantwortung von uns zu weisen, wenn irgendetwas im Leben schief geht. Das alles ist ja auch mit Häme, Spott und nicht zuletzt mit Strafe verbunden, die auf eine falsche Handlungsweise folgen kann.

 

Vielleicht erstaunt es Sie, dass Gott ganz anders reagiert als wir Menschen. Gott wartet zwar auch darauf, dass wir unser Versagen vor ihm eingestehen. Doch dann verspottet er uns nicht, und beabsichtigt in erster Linie auch nicht uns zu bestrafen. Gott ist von vornherein dazu bereit uns zu vergeben. Er kann das, weil sein Sohn Jesus Christus für unser Schuld, für unsere Sünden, für unser Versagen am Kreuz gestorben ist. Was einen Menschen dann erwartet ist Erleichterung und Freude, dass einem die Schuld erlassen wurde.

 

Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben" das ist eine Diagnose unseres Menschseins, die dazu hilft ein anderer Mensch zu werden. Nicht aus eigener Anstrengung, sondern weil Gott selbst uns hilft, uns zu verändern. H.S.

Die Corona-Pandemie - eine Strafe Gottes?

Wir leben in schwierigen Zeiten, bedingt durch die Corona - Pandemie. Gewisse christliche Gruppierungen neigen dazu eine solche Pandemie und überhaupt Naturkatastrophen, von denen es derzeit nicht wenige gibt, als Strafe Gottes zu bezeichnen. Meiner Meinung nach ist das aber ein  falscher Begriff. Eine Strafe, das klingt so ganz nach etwas Schlechtem. Es klingt nach jemanden, der einem anderen Leid zufügen möchte. Es klingt nach Rache und Vergeltung. Hat jemand etwas Böses getan, dann muss er mit bösen Konsequenzen rechnen. So reihen viele den lebendigen Gott in die Kategorie "böser Polizist" ein, der nur darauf wartet, dass wir Menschen etwas falsch machen.

 

Wer allerdings das Alte Testament aufmerksam durchblättert findet eher Anzeichen dafür, dass Gott darauf wartet, dass sein Volk sich besinnt, die eigenen Fehler einsieht, sie vor Gott bekennt, um dann Vergebung zu erfahren. Oft ist das mit Liebe und Anteilnahme verbunden. Aber es ist nicht zu leugnen, dass Gott auch seinem  Volk droht: Kehrt ihr nicht um, bekehrt ihr euch nicht zu eurem Gott, wird dies oder das geschehen, eine Dürre zum Beispiel oder auch das Feinde das Land besetzen und gar ausplündern werden. Das kann man dann natürlich als Strafe Gottes ansehen. Doch der erste Grund ist immer Umkehr zu Gott. Und die vermeintliches Strafe, so kann man es ganz sicher auch betrachten, soll verhindern, dass es das Volk Gottes noch schlimmer treibt.

 

Bei diesem Thema sollten wir eines nicht vergessen, was viele Menschen, vor allem heutzutage, überhaupt nicht mehr wahrhaben wollen: Wer nicht an Gott glauben will, wer Gott ablehnt, der verschlimmert seine eigenen Lebensumstände, die seiner Freunde und Nachbarn, aber auch die seiner Umgebung, ja sogar die gesamte Gesellschaft, in der er lebt. Davon ist Gott hundertprozentig überzeugt und ich bin es auch. Darum ist es für jeden Menschen das Beste, dass er umkehrt und sich zu Gott hinwendet. Gott wartet durch Jesus Christus nur darauf, dass er uns unsere Schuld vergeben kann, dass er uns in einen neuen Stand versetzt. Ja, uns sogar ein neues Leben schenkt.

 

So gesehen sind all die Naturereignisse, die oft die Pressemeldungen füllen immer auch ein Aufruf zur Umkehr zu Gott hin: Waldbrände, Überschwemmungen, Erdbeben, ja sogar terroristische Anschläge. Jesus Christus wurde einmal auf zwei Dinge hin angesprochen. Das eine wahr ein, so könnte man sagen Naturereignis, das andere war ein politisches Massaker. Zu lesen ist das in Lukas 13,1-5:

Zu dieser Zeit erfuhr Jesus, dass Pilatus einige Leute aus Galiläa hatte ermorden lassen, während sie in Jerusalem im Tempel Opfer darbrachten. »Meint ihr, diese Galiläer seien größere Sünder gewesen als andere Menschen in Galiläa?«, fragte er. »Glaubt ihr, dass sie deshalb leiden mussten? Ganz und gar nicht! Ihr werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht von euren bösen Wegen abkehrt und euch Gott zuwendet. Und was ist mit den achtzehn Männern, die starben, als der Turm von Siloah auf sie herabstürzte? Waren sie etwa die größten Sünder in Jerusalem? Nein. Ich sage euch noch einmal: Wenn ihr nicht Reue zeigt und auf eurem Weg umkehrt, werdet ihr genauso umkommen.«

 

Reue und Umkehr hat jeder Mensch nötig. Den sogenannten unschuldigen Menschen gibt es aus Gottes Sicht nicht. Wenn die Menschen sich nicht Gott zuwenden, ereilt sie das Verderben, sei es morgen, sei am Ende seiner Tage oder zuletzt, wenn er in der ewigen Verdammnis landet.

 

Zum Schluss möchte ich noch daran erinnern: Reue und Umkehr sind etwas sehr Schönes. Für denjenigen, der sich entschließt zu Gott umzukehren, mag der Gang dahin sehr beschwerlich sein. Wer aber die Umkehr zu Jesus Christus vollzogen hat, erlebt eine tiefe Freude, eine tiefe Geborgenheit und eine unvergleichliche Erleichterung. 26.10.2020 H.S.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar!"

ein Kommentar zum Beschluss des Verfassungsgerichts in Deutschland

für das Recht auf Sterbehilfe

Der Glaube an Gott

- ein komplizierte Angelegenheit?

Kennen Sie das? Da passiert etwas von dem ich annehme, das es in Ordnung ist. Aber ein unbestimmtes Gefühl sagt mir, dass da dennoch etwas in Schieflage geraten könnte. So ist es mir ergangen, als das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe beschlossen hat, dass das Recht auf selbstbestimmtes Sterben dem Menschen gewährt werden muss.

 

Mein Verstand sagt mir, das war richtig so. Dabei kommen mir diejenigen Menschen in den Sinn, die sich nur noch durch das Leben quälen , weil sie vielleicht unheilbar krank sind, weil sie nur noch bettlägerig sind und zum Teil gegen ihren Willen am Leben erhalten werden. Ein, durch eine andere Person eingeleitetes, Ableben erscheint dann wie eine großartige Erlösung. Und dennoch bleibt dieses komische Bauchgefühl, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

 

Womit begründen die Richter Ihr Urteil? Mit Artikel 1 Absatz 1 aus dem Grundgesetz: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Doch was ist eigentlich mit der Würde des Menschen gemeint. Woher bezieht der Mensch seine Würde? Wussten Sie, dass die derzeit meistverbreitete Todesursache durch die weltweite Abtreibungspraxis entstanden ist? Aber nein, ungeborenes menschliche Leben ist ja im Grunde noch gar kein menschliches Leben. Der Mensch erhält ja erst nach seiner Geburt, die Würde Mensch zu sein.

 

Vielleicht sind wir bald soweit, dass diejenigen Menschen, die altersschwach sind und vor allem nicht mehr fähig sind mit anderen Menschen zu kommunizieren, ihre Würde als Menschen verlieren. Das wird sicherlich nie passieren, werden Sie denken. Doch die Geschichte bzw. Gegenwart lehrt mich, dass totalitäre Staaten kein Problem damit haben, die Würde eines Menschen sehr schnell zu missachten oder gar aufzuheben, vor allem wenn es sich um unliebsame Menschen oder Feinde des Staates handelt. Man kann sich auch fragen, ob ein leidender Mensch, nur weil er unerträglich Schmerzen zu ertragen hat, deshalb gleich seine Würde als Mensch verliert?

 

Ich bin kein Prophet, trotzdem wage ich die Prognose, dass es über kurz oder lang soweit kommen wird, dass die Würde eines Menschen davon abhängig gemacht wird, wie sehr ein Mensch für die Gesellschaft noch nutzbringend ist oder sein kann. Es ist offensichtlich, dass dann, wenn des Menschen Würde nach diesen Kriterien gemessen würde, es zu unglaublichen Ersparnissen im Gesundheitswesen und bei den Rentenversicherungsanstalten käme. Ich denke, dass die Öffentlichkeit in naher Zukunft damit einverstanden sein wird, dass der Staat seinen Bürgern vorschreiben kann, bis zu welchem Alter bzw. bis zu welchem Grad einer Pflegebedürftigkeit eine Person noch das das Recht zum Weiterleben haben wird. 

 

Es lässt sich meines Erachtens nachweisen, dass die Würde eines Menschen hauptsächlich aus dem christlichen Gedankengut abgeleitet wurde. Indem man nämlich den Menschen als Abbild, als Abglanz Gottes betrachtet hat. Dass er also seine Würde von Gott erhalten hat. Dass er diese Würde auch dann beibehält, wenn er nutzlos für die Gesellschaft geworden ist. Auch dann, wenn er unter furchtbaren Schmerzen zu leiden hat, ja selbst wenn der Mensch seine Augen geschlossen und zu Grabe getragen wird. Und ja, der Mensch hat auch dann schon seine Würde, wenn er  noch als Embryo im Bauch seiner Mutter lebt. Dabei sollte man nicht vergessen: Er behält sogar seine Würde über den Tod hinaus, nämlich dann, wenn er bei Gott in Gottes Herrlichkeit weiterleben wird.

 

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Würde eines Menschen von dem Augenblick zu zerbröckeln beginnt, wenn der Mensch nur noch aus sich selbst heraus die Würde des Menschen zu definieren beginnt. Ob diese Würde nun durch ein Grundgesetz garantiert und durch einen Staat sanktioniert wurde, spielt letztlich keine Rolle. Wie gut oder schlecht es um die Würde des Menschen tatsächlich bestellt ist, lässt sich in erster Linie am Umgang der Menschen untereinander ablesen. Da sieht es nun wirklich nicht so gut aus. Ganz sicherlich hat es auch etwas damit zu tun, ob ein Mensch Gott als letzte Instanz über sein Leben anerkennt oder nicht. Wo ein Mensch keinen Respekt vor dem Allmächtigen hat, wird er auf Dauer auch kein Respekt gegenüber seinen Geschöpfen mehr haben. Es ist nämlich einen gewaltigen Unterschied, ob ich in meinem Nächsten einen Abglanz eines göttlichen Vaters erkenne oder nur einen "zivilisierten", höherentwickelten Affen.

Helmut Schilke

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