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"Die Würde des Menschen ist unantastbar!"

ein Kommentar zum Beschluss des Verfassungsgerichts

in Deutschland für das Recht auf Sterbehilfe

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Kennen Sie das? Da passiert etwas von dem ich annehme, das es in Ordnung ist. Aber ein unbestimmtes Gefühl sagt mir, dass da dennoch etwas in Schieflage geraten könnte. So ist es mir ergangen, als das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe beschlossen hat, dass das Recht auf selbstbestimmtes Sterben dem Menschen gewährt werden muss.

 

Mein Verstand sagt mir, das war richtig so. Dabei kommen mir diejenigen Menschen in den Sinn, die sich nur noch durch das Leben quälen , weil sie vielleicht unheilbar krank sind, weil sie nur noch bettlägerig sind und zum Teil gegen ihren Willen am Leben erhalten werden. Ein, durch eine andere Person eingeleitetes, Ableben erscheint dann wie eine großartige Erlösung. Und dennoch bleibt dieses komische Bauchgefühl, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

 

Womit begründen die Richter Ihr Urteil? Mit Artikel 1 Absatz 1 aus dem Grundgesetz: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Doch was ist eigentlich mit der Würde des Menschen gemeint. Woher bezieht der Mensch seine Würde? Wussten Sie, dass die derzeit meistverbreitete Todesursache durch die weltweite Abtreibungspraxis entstanden ist? Aber nein, ungeborenes menschliche Leben ist ja im Grunde noch gar kein menschliches Leben. Der Mensch erhält ja erst nach seiner Geburt, die Würde Mensch zu sein.

 

Vielleicht sind wir bald soweit, dass diejenigen Menschen, die altersschwach sind und vor allem nicht mehr fähig sind mit anderen Menschen zu kommunizieren, ihre Würde als Menschen verlieren. Das wird sicherlich nie passieren, werden Sie denken. Doch die Geschichte bzw. Gegenwart lehrt mich, dass totalitäre Staaten kein Problem damit haben, die Würde eines Menschen sehr schnell zu missachten oder gar aufzuheben, vor allem wenn es sich um unliebsame Menschen oder Feinde des Staates handelt. Man kann sich auch fragen, ob ein leidender Mensch, nur weil er unerträglich Schmerzen zu ertragen hat, deshalb gleich seine Würde als Mensch verliert?

 

Ich bin kein Prophet, trotzdem wage ich die Prognose, dass es über kurz oder lang soweit kommen wird, dass die Würde eines Menschen davon abhängig gemacht wird, wie sehr ein Mensch für die Gesellschaft noch nutzbringend ist oder sein kann. Es ist offensichtlich, dass dann, wenn des Menschen Würde nach diesen Kriterien gemessen würde, es zu unglaublichen Ersparnissen im Gesundheitswesen und bei den Rentenversicherungsanstalten käme. Ich denke, dass die Öffentlichkeit in naher Zukunft damit einverstanden sein wird, dass der Staat seinen Bürgern vorschreiben kann, bis zu welchem Alter bzw. bis zu welchem Grad einer Pflegebedürftigkeit eine Person noch das das Recht zum Weiterleben haben wird. 

 

Es lässt sich meines Erachtens nachweisen, dass die Würde eines Menschen hauptsächlich aus dem christlichen Gedankengut abgeleitet wurde. Indem man nämlich den Menschen als Abbild, als Abglanz Gottes betrachtet hat. Dass er also seine Würde von Gott erhalten hat. Dass er diese Würde auch dann beibehält, wenn er nutzlos für die Gesellschaft geworden ist. Auch dann, wenn er unter furchtbaren Schmerzen zu leiden hat, ja selbst wenn der Mensch seine Augen geschlossen und zu Grabe getragen wird. Und ja, der Mensch hat auch dann schon seine Würde, wenn er  noch als Embryo im Bauch seiner Mutter lebt. Dabei sollte man nicht vergessen: Er behält sogar seine Würde über den Tod hinaus, nämlich dann, wenn er bei Gott in Gottes Herrlichkeit weiterleben wird.

 

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Würde eines Menschen von dem Augenblick zu zerbröckeln beginnt, wenn der Mensch nur noch aus sich selbst heraus die Würde des Menschen zu definieren beginnt. Ob diese Würde nun durch ein Grundgesetz garantiert und durch einen Staat sanktioniert wurde, spielt letztlich keine Rolle. Wie gut oder schlecht es um die Würde des Menschen tatsächlich bestellt ist, lässt sich in erster Linie am Umgang der Menschen untereinander ablesen. Da sieht es nun wirklich nicht so gut aus. Ganz sicherlich hat es auch etwas damit zu tun, ob ein Mensch Gott als letzte Instanz über sein Leben anerkennt oder nicht. Wo ein Mensch keinen Respekt vor dem Allmächtigen hat, wird er auf Dauer auch kein Respekt gegenüber seinen Geschöpfen mehr haben. Es ist nämlich einen gewaltigen Unterschied, ob ich in meinem Nächsten einen Abglanz eines göttlichen Vaters erkenne oder nur einen "zivilisierten", höherentwickelten Affen.

Helmut Schilke

 

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